Einfach nur gemein und nie glücklich!

 

Diese Kolumne ist den Nörglern, den Jammerern, den Meckerern und denen gewidmet, die immer Angst haben … Und auch den Griesgramen, den Neidern, den Wütenden, den Unglücklichen, den Ängstlichen … Ohne die Schuldigen, die Bedrängten, die Demoralisierten zu vergessen … Und die, die nie glücklich und geradezu fies sind …

Kurz gesagt, an alle, natürlich auch an mich.

Les « passions tristes » sont un terme à la mode pour parler des émotions douloureuses, comme la peur, la colère, la tristesse ; spécialement quand elles prennent le dessus sur nous et se répandent autour de nous. Les politiques en font grand usage depuis que le président Macron a popularisé l’expression ; je le cite : « Nous sommes comme recroquevillés sur nos passions tristes, la jalousie, la défiance, la désunion, une certaine forme de mesquinerie, parfois de bassesse, devant les événements. »

Traurige Leidenschaften stellen uns vor drei Probleme: Sie sind schmerzhaft, einflussreich und ansteckend.

Sie sind schmerzhaft: Es sind Emotionen, die Leiden verursachen, und wenn sie anhalten, lösen sie nichts. Wie alle Emotionen dienen sie nur als Alarmsignale, um unser Bewusstsein und Handeln in uns auszulösen. Wenn sie anhalten, sind sie nur schmerzhaft.

Traurige Leidenschaften sind einflussreich: Sie führen uns gerne an der Nase herum. Und das ist ärgerlich.

Paul Valéry parlait, dans son essai L’Idée fixe, de « l’amertume et l’humiliation de se sentir vaincu par des choses mentales ».

Cioran notait, dans ses Cahiers, à propos de ses inquiétudes récurrentes : « Sentiment d’intolérable humiliation. Chaque fois que je suis en proie à de grands sentiments négatifs (et l’angoisse en est un), j’ai l’impression d’être un moins que rien, une honte de la nature. »

Und schließlich sind traurige Leidenschaften ansteckend: Sie gehen leicht von einem Geist zum anderen über; ob gewollt oder nicht, wir geben unsere Ängste, unseren Groll und unsere Verzweiflung an andere weiter. Wenn daher alle mitmachen, entsteht eine schlechte Atmosphäre in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft als Ganzes.

Darüber hinaus sind sie in der Lage, sich selbst zu verstärken. Ich habe dies als Psychiater bei vielen meiner Patienten erlebt: traurige Leidenschaften im Quadrat! In der Sprache der Psychiater: Meta-Emotionen!

Depressive Menschen sind beispielsweise traurig darüber, traurig zu sein: Sie leiden unter ihrer Traurigkeit und es macht sie traurig, ihr nicht entkommen zu können, was die Situation noch schlimmer macht.

Phobiker und Panikpatienten haben Angst vor der Angst: Sie wissen, dass sie in Panik geraten, wenn sie anfangen zu zittern.

Impulsive Menschen sind oft wütend (auf sich selbst), weil sie (auf andere) wütend geworden sind. Eine Ausnahme bildet der Politiker Mélenchon: Er ist nie wütend darüber, wütend zu werden, sondern nur wütend darüber, dass er wütend gemacht wird. Es gibt solche Menschen, für die traurige Leidenschaften immer andere Menschen sind.

Doch ob sie nun banal oder einfach sind, traurige Leidenschaften zerstören unser Leben, sowohl das des Einzelnen als auch das der Gesellschaft.

Was können wir also tun? Ganz einfach: Bewegen, handeln, helfen!

Bewegen: Gehen ist befreiend; Bewegung lindert Grübeleien und 10 Minuten zügiges Gehen lösen traurige Gefühle auf.

Handeln: Tun lindert; traurige Leidenschaften lösen sich durch Handeln auf, das unsere Aufmerksamkeit von unserem einzigen geistigen Nabel ablenkt.

Helfen: Anderen Gutes zu tun, erinnert uns an die große Wahrheit: „Helfen hilft den Helfern und den Geholfenen.“ Ich habe keine Zeit, das zu erklären, da ich schon am Ende dieser Kolumne angelangt bin, aber ich hoffe, Sie merken sich die Worte und denken darüber nach.

Ich schließe mit dem besten psychotherapeutischen Sprichwort (es soll chinesisch sein): „Sie können nicht verhindern, dass Vögel über Ihren Kopf fliegen, aber Sie können verhindern, dass sie in Ihrem Haar ein Nest bauen.“

Es funktioniert auch bei traurigen Leidenschaften!

 

Abbildung: Ein Beispiel aus der Schlüsselanhängersammlung meiner Freundin Carlotta aus den 1960er Jahren. Es hat zwar nichts mit dem Thema meines Artikels zu tun, aber ich mag dieses kleine Souvenir voller Farbe und Nostalgie.

PS : cet article reprend ma chronique du mardi 25 mars 2025 dans l’émission de France Inter, Grand Bien Vous Fasse.