Liebe? Das ist ein Thema, das die Menschheit schon zum Seufzen gebracht hat!
Wir seufzen, weil uns die Liebe fehlt, wir seufzen, weil die Liebe uns aufrüttelt und unser Leben auf den Kopf stellt.
Und nicht nur Menschen seufzen über die Liebe, auch Kolumnisten und Kommentatoren zweifeln daran: Was kann man über die Liebe noch sagen, was nicht schon tausendmal gesagt oder geschrieben wurde?
Liebe ist wie Glück: ein echtes, universelles Gefühl; aber kompliziert zu definieren, weil sie so viele Gesichter hat, weil sie von Mensch zu Mensch so unterschiedlich sein kann und sogar bei ein und derselben Person von einem Moment im Leben zum anderen.
Und dann sind da noch Liebe und Glück, die oft trügerisch und verwirrend sind: „Bin ich jetzt wirklich glücklich?“, „Ist diese Liebe wirklich wahre Liebe?“
Es ist so entmutigend, dass manche lieber aufgeben und behaupten, Glück und Liebe seien Illusionen.
Hören Sie Houellebecq zu: „Hab keine Angst vor dem Glück, es existiert nicht.“
Hören Sie, was La Rochefoucauld sagte: „Es gibt Menschen, die niemals verliebt gewesen wären, wenn sie nie etwas von Liebe gehört hätten.“
Ist Liebe also letztlich nur ein begriffliches, kulturelles Konstrukt, das wir auf eine Vielzahl von Gefühlen anwenden? Gefühle wie Zuneigung zu anderen, die Freude am Zusammensein, sexuelles Verlangen…
Das ist Ansichtssache. Sicher ist jedoch, dass jede Kultur unsere Vorstellung von Liebe prägt. Im Westen haben uns die Literatur der höfischen und später der romantischen Liebe mit ihren Traumpaaren – Tristan und Isolde, Paul und Virginia – über Jahrhunderte hinweg geformt.
Et quand je dis façonnés, je ferais mieux de dire conditionnés.
Écoutez ce qu’écrit Alfred de Musset, dans sa comédie en 2 actes À quoi rêvent les jeunes filles : « La vie est un sommeil, l’amour en est le rêve, et vous aurez vécu si vous avez aimé… » Sous-entendu : si vous n’avez jamais aimé, vous n’aurez pas vécu, ou juste une sous-vie.
Et après la littérature, il y a eu le cinéma, les grands films d’amour, qui ont marqué génération après génération : Docteur Jivago, Love story, Sur la route de Madison, Titanic… Moi, perso, c’est Out of Africa…
Wie könnte man sich nach all dem nicht verlieben wollen? Und wie könnte man nicht denken: „Nun, es ist ganz einfach, die wahre Liebe existiert, sie wird all meine Wünsche erfüllen, sie wird ewig dauern, sie wird mir ewiges Glück bringen…“
Nun ja, im wirklichen Leben ist es natürlich komplizierter…
Zum Glück gibt es neben der Kultur, die uns zum Träumen bringt, auch die Wissenschaft, die uns zum Denken anregt.
Die neuesten und überzeugendsten Studien zeigen, dass Liebe ein Zustand angenehmer emotionaler Resonanz zwischen zwei Menschen ist, mit einer altruistischen Dimension (wir wünschen dem anderen das Beste). Ganz einfach: Liebe entsteht, wenn wir uns über die Gegenwart eines anderen Menschen freuen und ihm Gutes wünschen.
Dies ist die Grundlage aller möglichen Facetten der Liebe: Freundschaft, Zuneigung, Romantik, Zärtlichkeit, Brüderlichkeit und Schwesternschaft, Wohlwollen gegenüber der Menschheit…
Auf dieser Grundlage kommen natürlich weitere Zutaten hinzu: sexuelles Verlangen, und da haben wir die Erotik; die Sehnsucht nach dem anderen, sobald er nicht mehr da ist, und das ist die Leidenschaft; Besitzgier und Eifersucht, und… das ist der Anfang vom Ende! Und das ist auch das Ende der Liebe.
Denn das Wichtigste in der Liebe ist der Wunsch, dem anderen Gutes zu tun, die Fähigkeit, sich darüber zu freuen, dass der andere existiert und glücklich ist; wenn möglich mit uns, wenn nötig auch ohne uns.
Hier ist also eine Übung für die Woche mit dem Titel „Zurück zu den Grundlagen der Liebe“: Denken Sie an all die Menschen, die Sie lieben, ob in der Ehe, der Familie oder in Freundschaften; untersuchen Sie jede dieser Liebesbeziehungen; und fragen Sie sich: Sind Sie in der Lage, sich einfach und aufrichtig darüber zu freuen, dass sie existieren und glücklich sind, mit oder ohne Sie?
Denk darüber nach, und wenn nötig, arbeite daran, besser zu lieben…
Illustration: Der berühmte Musiker Marin Marais, König der Viola da Gamba, komponiert (vielleicht) ein Liebeslied… (Werkstatt von André Bouys, Porträt von Marin Marais mit einer Viola da Gamba, 1704, Musée de la Musique, Philharmonie de Paris).
PS : cet article reprend ma chronique du 17 juin 2025, que vous pouvez écouter ici, c’était dans l’émission de France Inter, Grand Bien Vous Fasse.
